Haarverlust kann verschiedene Ursachen haben. Mehr als 30% aller Frauen über 40 Jahren
sind in mehr oder minder schwerer Form davon betroffen, bei Männern liegt der Anteil
noch höher. Es gibt unterschiedliche Formen von Haarverlust, die durch ihre Ursachen
und ihr Erscheinungsbild stark voneinander abweichen. Er kann bei Männern und Frauen
jeden Alters, bei manchen Ausprägungen auch schon bei Kindern auftreten. Medizini-
scher Haarersatz kann hier eine vorübergehende oder auch dauerhafte Hilfe darstellen.
> Bei Chemotherapie
Einige Tage bis wenige Wochen nach Beginn einer Chemotherapie setzt mehr oder
weniger starker Haarausfall ein. Abhängig von der Art der Zytostatika, der Dosis und der
Veranlagung der PatientInnen kann sich der Prozess der Haarabstoßung über einen
unterschiedlich langen Zeitraum hinziehen. In der Regel setzt etwa vier Wochen nach
Beendigung der Therapie wieder neues Haarwachstum ein. Etwa drei Monate nach der
letzten Chemotherapie sind die Haare so lang, dass auf eine Kopfbedeckung verzichtet
werden kann. Einige PatientInnen berichten über eine Veränderung von Farbe und
Haarstruktur. Bei anderen ist der Haarwuchs dichter als vorher.
> Kreisrunder Haarausfall - Alopecia areata
Die Alopecia areata ist ein oft kreisrunder, rückbildungsfähiger Haarausfall mit einer oder
mehreren Kahlstellen. In den meisten Fällen ist die Kopfbehaarung betroffen, aber auch
an anderen Körperstellen kann die Erkrankung auftreten. Etwa ein Drittel der Patienten
klagt über weitere Störungen des Immunsystems. Eine genetische Veranlagung ist
möglich, jedoch nicht nachgewiesen. Betroffen sind Männer und Frauen jeden Alters, oft
tritt die Krankheit erstmals in sehr jungen Jahren auf. In einigen Fällen kann es zu befris-
tetem oder andauerndem vollständigen Haarverlust kommen.
> Haarausfall am gesamten Kopf - Allopecia diffusa
Ist die ganze Kopfpartie betroffen, spricht man von diffusem Haarausfall. Die Haardichte
nimmt ab und man kann oft bis auf die Kopfhaut sehen. Die Haarzwiebel ist zwar intakt,
sie wird aber über den Blutweg nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Mögliche
Ursachen sind u. a. schwere Infektionserkrankungen, bestimmte Stoffwechselstörungen,
Ernährungsdefizite, Stress, Schwangerschaft oder Geburt.
> Androgenetisch bedingt
Nicht nur bei Männern, auch bei Frauen kommt es viel häufiger als allgemein angenom-
men zu androgenetisch bedingtem Haarausfall. Er beeinflusst nur die Kopfbehaarung
und ist erblich bedingt. Erbanlage und Einwirken der Androgene sorgen bei beiden Ge-
schlechtern für eine Vererbung des Haarausfalls. Beim Mann tritt er zunächst im Stirn-
oder Tonsurbereich auf. Bei Frauen kommt es zu einer mehr oder weniger starken
Ausdünnung der Kopfhaare im oberen Bereich. Typisch ist, dass die Haare an den
Schläfen und dem unteren Hinterkopf immer erhalten bleiben. Es kommt bei dieser
Form des Haarausfalls also nie zur vollständigen Kahlheit. |